Soziale Netzwerke wie etwa Facebook gehören in der heutigen Zeit zum Alltag vieler Menschen. Mitglider solcher Plattformen verbringen täglich mehrere Stunden auf Facebook & Co, klicken sich durch Profile, aktualisieren ihren Status oder laden Bilder und Videos hoch. Bereits mehr als 700 Millionen Mitglieder zählt das Soziale Netzwerk Facebook. Immer wieder wird der Datenschutz und Privatsphäre Risiken dieser Sozialen Profile von der Presse Thematisiert und vor leichtfertigen Veröffentlichung von persönlichen Daten gewarnt.
Nicht nur Arbeitgeber googlen die Namen von potentiellen Angestellten und checken öffentliche Profile in Sozialen Netzwerken. Auch von Polizeiliche Ermittlungen auf Basis von Informationen aus sozialen Netzwerken werden immer wieder bekannt

Polizei macht Gesichtsabgleich bei Facebook wegen Geschwindigkeitsüberschreitung
Gerade ist mir in Caschys Blog ein Artikel mit der pikanten Headline „Polizei macht Gesichtsabgleich bei Facebook“ ins Auge gesprungen. Dort veröffentlicht Caschy ein Foto eines angeblichen Briefes der Hamburger Polizei, welches er nach eigenen angaben via Facebook im Stream eines Freundes gefunden hat:

Facebook Ermittlung: Schreiben der Hamburger Polizei
Bei dem Schreiben handelt es sich um eine vermeintliche Aufforderung zu einer polizeilichen Anhörung wegen einer Ordnungswidrigkeit im öffentlichem Straßenverkehr (Geschwindigkeitsüberschreitung). Eigentlich nichts außergewöhnliches, das interessante an diesem Bescheid ist die Ermittlungsgrundlage des Fahrzeugführers:
Laut Abgleich ihres Fotos im Internet auf der öffentlichen Facebook-Seite Ihres Ehemannes waren Sie die Fahrzeugführerin.
Wie es scheint, greift die Polizei nicht nur bei der Ermittlung von potentiellen Terroristen und ähnlich schwerwiegenden Gefahren für die Allgemeinheit auf die Daten von Sozialen Netzwerken zurück, sondern auch bei relativ unspektakulären „Straftaten“, wie etwa einer Ordnungswidrigkeit wegen überhöhter Geschwindigkeit.
Setzt die Polizei wirklich vermehrt auf Facebook Informationen bei der Ermittlung?
Nutzt die Polizei wirklich Informationen für Polizeiliche Ermittlungen auf breiter Basis auch für kleine Ordnungswidrigkeiten? Oder handelt es sich bei dem Beitrag nur um einen gut gemachten Linkbait/Likebait/Tweetbait?
Als ich die Headline mit dem anonymisiertem Brief via. Facebook Freund gesehen habe, war das erste an was ich Gedacht habe: „Schöner Linkbait und gut verpackt“. Das Foto des Schreibens sieht recht offiziel und glaubwürdig aus, die Quelle über einen Facebook Freund unnauffällig, die Headline pikant und polarisierend und die Abschließende Fragestellung ob es sich hierbei um eine Fake handelt, lenkt von dem Verdacht auf einen Bait ab. Also alle voraussetzungen für einen guten Linkbait
Likes, Votes und Tweets hat der Artikel ja schon einige bekommen.
Ist die Geschichte also frei Erfunden? Ob an der Story wirklich was dran ist, oder ob Cashy sich hier etwas kreativ aus getobt hat um eine reihe Links, Likes und Tweets abzustauben, kann ich natürlich nicht genau sagen. Möglich ist es, und in diesem Fall halte ich es sogar für relativ warscheinlich (auch wenn ich ein derartiges Vorgehen der Polizei generell nicht ausschließe)
Wenn ich mir weitere news und Blogbeiträge zu dem mysteriösem Foto ansehe, wurden diese erst nach Cashys Artikel veröffentlicht und das Foto scheinbar nur aus dem Artikel übernommen. Andere Quellen zu dieser Geschichte bzw. dem Foto, was angeblich auf Facebook kursiert, konnte ich bisher nicht ausmachen.
Sofern es sich hierbei aber tatsächlich um einen Linkbait handelt, muss ich sage gute Arbeit Caschy. Ob Linkbait oder nicht, meinen Link hast du
Gewisse Zweifel an der Story sind also berechtigt, unnabhängig davon wer hier Initiator war. Was meint ihr? Fakt oder Fake?
Nun, wenn das in anderen Ländern von Geheimndiensten im normalen Alltag genutzt wird, warum dann nicht auch bald bei uns in Deutschland?
Die Daten sind ja da und wir werden uns wundern was die nächste Zeit noch an Datenauswertungen mit sich bringen wird.